Reden
Tag der offenen Tür und Vernissage
Rede zum Tag der offenen Tür am 1. Juni 2008
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Gemeinderäte, liebe Bürgerinnen und Bürger, verehrte Gäste!
Ich begrüße Sie alle ganz herzlich zum
2. Tag der offenen Tür der Gemeinde Gemmrigheim. Offene Türen, meine sehr geehrten Damen und Herren, zeugen von Gastfreundschaft; sie erzählen von Vertrauen und intakter Nachbarschaft – damit jeder, der vorbeigeht, auch hereinschauen kann. Sie künden vom lebendigen Miteinander, vom Wunsch, miteinander zu reden, Meinungen, Informationen, Standpunkte auszutauschen.
Offene Türen sind für mich Sinnbild einer funktionierenden Demokratie.
Wenn Sie ein zentrales Anliegen haben an einem Tag wie diesem:
Betrachten Sie die offene Tür als Einladung zum Mitmachen!
Bleiben Sie ab sofort nicht mehr draußen vor der Tür. Treten Sie ein, pochen Sie mit an. Wir brauchen jeden Kopf und jede Hand um Ziele zu verwirklichen und Kommunikationen aufzubauen.
Auch die Kunst ist eine Form der zwischenmenschlichen Kommunikation. Künstler sagen mit ihren Werken etwas über sich und ihre Wahrnehmung der Welt. Sie wählen dabei die Ausdruckform, die es ihnen am besten ermöglicht, sich und die Art und Weise, wie sie die Welt erfahren, anderen mitzuteilen. Mit ihrer besonderen „Sprache“ schaffen sie ihre subjektive Wirklichkeit, die ihren Mitmenschen nicht immer ohne weiteres zugänglich ist. Die Tragik vieler Künstler liegt darin, nicht verstanden zu werden, mit ihren Werken nicht in die Zeit zu passen. Dass sie häufig von späteren Generationen besser verstanden werden, liegt daran, dass ihre besondere Sprache der geistigen und emotionalen Wirklichkeit dieser Nachgeborenen eher entspricht als der ihrer Zeitgenossen.
Die Kunst lehrt uns sehen. Unsere Sinne arbeiten in der Regel selektiv und oberflächlich. Wir fassen Umwelteindrücke gewohnheitsmäßig auf, weil wir nicht ständig bewusst und konzentriert beobachten können. Zwar ist auch die Erfahrung des Künstlers subjektiv, er aber lebt in der kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung. Daher schärfen Bilder unseren Blick für das Gefecht von „kleinen Dingen“, Situationen und Stimmungen, die wir üblicherweise übersehen haben. Sie erweitern und verändern die Wahrnehmung und fordern dadurch den Betrachter zu neuen Denkmustern und Verhaltensweisen heraus.
Kunst ist auch eine Botschaft, die auf mehreren Kanälen gleichzeitig, also multidimensional kommuniziert wird. Sprache allein wird ihr deshalb regelmäßig nicht gerecht. Lassen wir also an dieser Stelle die Werke unseres Künstlers Herrn Henry-Orma Voog selbst für sich sprechen und nehmen wir den Dialog mit ihnen über alle unsere Sinne auf. Ich eröffne hiermit die Vernissage und wünsche ihr viel Erfolg.
Viel Erfolg, neue Eindrücke und vieles mehr wünsche ich auch unserem heutigen Tag der offenen Tür.
Monika Chef
Bürgermeisterin

